Mobiler und gleichzeitig nachhaltig

Egal ob zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn, mit dem Elektroauto oder mit den neuen Sharing-Angeboten – auch Sie können Ihren Beitrag zu einem nachhaltig mobileren Köln leisten. Mal mit dem Rad zum Termin, mit dem Lastenrad den Großeinkauf tätigen oder mit dem Bus zum Schwimmen. Ihre Mobilität macht den Unterschied. Es sind bekanntlich die kleinen Dinge, die das große Ganze ausmachen. Dabei können wir alle neue Wege gehen, mit unseren Routinen brechen und etwas Neues entdecken.

Wir möchten Ihnen zeigen, was sich in Köln verbessert und welche neuen Angebote es gibt. Es ist uns klar, dass der Ausbau nachhaltiger Mobilitätsangebote Zeit benötigt. Einige denken, dass Köln hier zu langsam ist. Den öffentlichen Raum fair aufzuteilen, Rad- und Fußweginfrastrukturen in einer bestehenden Millionenmetropole mit teilweise engen Straßen neu einzurichten, ist keine einfache Aufgabe. Unser Ziel ist und bleibt, alternative Angebote zu schaffen, die es einfacher machen, auf das eigene Auto zu verzichten.

Foto von einer Frau, die auf ihrem Smartphone tippt.

Teilen Sie uns mit, wie Sie nachhaltige Mobilitätsformen nutzen.

Wir sind davon überzeugt: Jeder noch so kleine Beitrag zählt. Es sind die kleinen Schritte in die richtige Richtung, die Veränderungen im Großen bewirken können. Zeigen Sie, dass Sie bereit sind, Ihr Mobilitätsverhalten für ein klimafreies, lebenswerteres Köln zu ändern!

Ein Foto mit einem kurzen Kommentar, wie Sie mit dem Rad zur Arbeit fahren oder mit dem ÖPNV zum Shoppen, reicht vollkommen aus. Diese werden dann zum späteren Zeitpunkt auf dieser Website veröffentlicht. Je mehr Beiträge desto besser.

Zu Fuß in Köln

Für kurze Strecken im Stadtgebiet ist zu Fuß gehen oft die schnellste Fortbewegungsart. Ob schnell oder gemütlich spazierend, zu Fuß lässt sich die Stadt aus einem anderen Blickwinkel entdecken.

Mit keiner anderen Fortbewegungsart nimmt man seine Umwelt so direkt und intensiv wahr, wie beim zu Fuß gehen. Es ergeben sich unerwartete Begegnungen und Gespräche mit unseren Mitmenschen und nicht umsonst gelten Städte, in denen gern zu Fuß gegangen wird, als besonders lebenswert. Der Anteil der Kölner Bürger*innen, die ihre Wege zu Fuß bewältigen, ist mit rund einem Viertel relativ hoch.

An unterschiedlichsten Stellen ist in Köln bereits mehr Platz für Fußgänger*innen geschaffen worden, indem beispielsweise für die Radfahrenden auf der Fahrbahn eigene Spuren eingerichtet und die Gehwege um die ehemaligen Radwegflächen verbreitert wurden, wie an einigen Abschnitten der Kölner Ringe oder Aachener Straße. Durch die Umwandlung von Parkflächen in der Kölner Altstadt konnten Barrieren auf den Gehwegen wie zum Beispiel Fahrradabstellanlagen versetzt werden. Uns ist bewusst, dass dies nur ein Anfang ist.

Ein Beispiel, wie zu Fuß gehen bereits in jungen Jahren praktiziert werden kann und wie Grundschulkinder sicher zur Schule kommen ist „Der Bus auf Beinen“. Anstelle des Elterntaxis ist die eigene Mobilität der Kinder gefragt und wird gefördert und das gemeinschaftlich mit anderen.

Foto von Professor Doktor Ingo Froböse, der durch den Müngersdorfer Sportpark spazieren geht.

Prof. Dr. Ingo Froböse,
Sportwissenschaftler und Gesundheitsexperte

Zu Fuß zu gehen ist die einfachste und natürlichste Art und Weise unserer Fortbewegung.

Ohne Gehen gibt es keine Mobilität. Beginnend mit den ersten Schritten unseres Lebens haben wir uns erst das gesamte Leben bis hierhin erschlossen, wir haben neue Menschen dabei kennen gelernt, Freunde getroffen, Sehenswürdigkeiten besucht, sind shoppen gegangen und waren unterwegs zu Schule, Studium und Beruf. Gehen hat viele positive gesundheitliche Effekte. Sammeln wir also täglich Schritte für unser Wohlbefinden und unsere Fitness. Jeder Schritt ist eine persönliche Investition in unsere Zukunft!

Foto von Nico Rathmann, der am Rheinufer steht. Im Hintergrund ist der Kölner Dom zu sehen.

Nico Rathmann,
Fußverkehrsbeauftragter der Stadt Köln

Ich möchte dazu beitragen, den täglichen Hindernislauf auf den Gehwegen zu minimieren.

Dann wäre für den Fußverkehr in Köln schon viel getan. Als überzeugter Fußgänger wird ein Teil meiner Aufgabe sein, alle Beteiligten für den Fußverkehr zu sensibilisieren und ein Bewusstsein für das breite Spektrum des Zufußgehens zu schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir sprichwörtlich einen langen Weg zu gehen, weshalb Durchhaltevermögen und Motivation für das Thema besonders wichtig sind.

Unterwegs mit dem Rad

Wer mit dem Fahrrad fährt steht nicht im Stau, muss keinen Parkplatz suchen und bleibt in Bewegung. Fahrradfahren steht für Nachhaltigkeit und zukunftsfähige Mobilität. Gerade in der aktuellen Krisenzeit unterstützt das Radfahren die eigene Gesundheit und gute Laune macht es noch dazu. Damit mehr Menschen dauerhaft vom Auto aufs Rad umsteigen, braucht es eine gute Radinfrastruktur, um schnell und sicher ans Ziel zu kommen.

Wir wollen das Radverkehrsnetz in Köln kontinuierlich so ausbauen, dass ein zusammenhängendes, durchgehend befahrbares Radhauptroutennetz entsteht, auf dem der Radverkehr gebündelt und beschleunigt wird.

Was zunächst nach Stückwerk aussieht wird zeitnah zu einem funktionierenden Radverkehrsnetz zusammenfügt. Mit der Schaffung von Radhauptrouten in allen neun Stadtbezirken soll sichergestellt werden, dass optimale Radverbindungen die Bezirke untereinander und damit alle Teile des Stadtgebietes miteinander vernetzen. Auch überregionale Radverkehrsverbindungen in unsere Nachbarkommunen werden derzeit erarbeitet.

Foto von Oliver Niesen, der mit seinem Fahrrad auf der Fahrradstraße Friesenwall steht.

Oliver Niesen,
Frontmann der Kölner Mundart Band Cat Ballou

Ich nutze ständig das Fahrrad. Zum Probenraum nach Niehl fahre ich von Mülheim aus immer mit dem Rad.

Bei Wind und Wetter und auch im Winter. Ich mache das gerne und aus vollem Bewusstsein. Mein Appell richtet sich an jeden Einzelnen, sich mit dem Rad fortzubewegen. Denn dann ändert sich automatisch was. Je mehr Räder unterwegs sind, umso weniger haben die Autos auf den Straßen zu melden!

Mit Lastenrädern für eine nachhaltige Mobilität

Der Einsatz von Lastenrädern ist umweltfreundlich und verbessert die Lebensqualität in Städten. Viele Menschen sind schon umgestiegen. Eltern transportieren ihre Kinder mit einem Lastenrad statt mit dem Auto, Hundebesitzer lassen ihre Tiere dort Platz nehmen. Andere erledigen Großeinkäufe und heben Getränkekisten auf die Ladefläche. Aber auch im Wirtschaftsverkehr wird das Lastenrad immer öfters eingesetzt.

Seit 2019 fördern wir im Rahmen eines deutschlandweit einmaligen Programms die Anschaffung von Lastenfahrrädern für in Köln tätige kleine Unternehmen, Vereine oder Zusammenschlüsse von Privatpersonen. Damit schaffen wir erfolgreich Anreize für einen emissionsfreien Transport von allem, ob Kind, Tier oder Material.

Foto einer größeren Personengruppe, die um ein Lastenrad herum steht. Zu sehen ist ein Scheck mit der Lastenradförderung der Stadt Köln.

Holger Boos,
ist begeistert vom „unschlagbaren Mobilitäts-Tool“

Das Lastenrad ermöglicht Fahrten bis zu 20 Kilometern. Genau richtig für Kölner Veedelsaktivitäten!

Unsere Nachbarschaftsgemeinschaft aus Mauenheim hat sich 2019 ein von der Stadt Köln gefördertes E-Lastenrad zugelegt. In knapp drei Jahren sind wir damit schon 8.375 km gefahren: 0 km für Parkplatzsuche, 0 Euro Spritkosten, keine Emissionen, wenig Flächenverbrauch und ein echtes Nutzfahrzeug, da ständig im Einsatz. Wir freuen uns, wenn die Radinfrastruktur in allen Veedeln weiter ausgebaut wird!

Unterwegs mit Bus und Bahn

Foto von Kölner Stadtbahn, die die Deutzer Brücke passiert mit der Überschrift des Kampagnenmottos „Köln wird mobiler. Du auch?“ Unter der Überschrift befinden sich fünf farbige Symbole, die die einzelnen Verkehrsmittel darstellen: Fußverkehr, Radverkehr, Bund und Bahn, Auto sowie Sharing Verkehrsmittel.

Der öffentliche Nahverkehr ist das Rückgrat der Kölner Mobilität. Auch wenn laut Routenplaner die Fahrt mit dem Auto die schnellere Option ist, so schließt diese die oft zeit- und nervenraubende Parkplatzsuche nicht ein.

Der Ausbau des ÖPNV in Köln ist unabdingbar und wird Jahrzehnte im Voraus geplant. Zum Beispiel werden zur Kapazitätserweiterung auf den Linien 4, 13, und 18 in mehreren Bauabschnitten die Bahnsteige für 70 Meter lange Stadtbahnzüge verlängert.

Die Verkehrsuntersuchungen und Vorplanungen zum Ausbau der Ost-West-Achse (Kapazitätserweiterung der Linie 1) finden zurzeit statt und der dritte Bauabschnitt der Nord-Süd Stadtbahn im Bereich Bonner Straße hat begonnen.

Mobilitätsangebote der Kölner Verkehrs-Betriebe Aktiengesellschaft (KVB)
 

Foto von einem Mann vor einem Bus, der auf sein Smartphone schaut.

Neben dem Ausbau des Stadtbahnnetzes spielt auch der Einsatz von Bussen in Köln eine große Rolle im öffentlichen Personennahverkehr und entwickelt sich stets weiter:

Beispielsweise wird für die Umsetzung eines stadtweiten Express-Bus-Netzes 2022 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Ein Express-Bus-Netz kann ohne langwierige Planungs- und Bauverfahren kurzfristig zusätzliche Kapazitäten im Nahverkehr mit attraktiven Reisezeiten schaffen. Durch Angebotserweiterungen wird aber auch die Nutzung der Busse auf einzelnen bereits bestehenden Buslinien regelmäßig attraktiver.

Rund 330 Busse sind derzeit für die Kölner Verkehrs-Betriebe auf über 60 Linien in Köln unterwegs. Bis 2030 soll der gesamte Busbetrieb auf Elektroantrieb umgestellt werden. Das Bus-Liniennetz hat derzeit eine Länge von 735 Kilometern.

Foto eines Jungen mit FC-Schal.Foto eines Jungen mit FC-Schal.
Foto einer vierköpfigen Familie vor einem Linienbus.Foto einer vierköpfigen Familie vor einem Linienbus.
Foto einer vierköpfigen Familie vor einer Straßenbahn.Foto einer vierköpfigen Familie vor einer Straßenbahn.
Foto eines Mädchens in einem Zug.Foto eines Mädchens in einem Zug.

Familie Langhans
schaffte ihr Auto ab

Auch auf weiten Strecken sind wir nun mit Bus und Bahn mobil: in den Urlaub, in die Ferien und zur Familie.

Oma und Opa in Norddeutschland besuchen, in den Herbstferien nach Kopenhagen oder mit Carsharing in die Eifel. Mit dem Jobwechsel und dem Abgeben des Dienstwagens haben wir unsere Mobilität neu organisiert. Zur Schule und Arbeit fahren wir mit dem Fahrrad oder der KVB. Es ist spannend, die Landschaft aus dem Zugfenster zu sehen und die Reisezeit lässt sich bestens verbringen mit lesen, zeichnen, Musik hören und etwas Leckerem aus dem Speisewagen.

Auto mit Elektroantrieb – die perfekte Alternative

Unsere Mobilität, insbesondere die automobile Fortbewegung, befindet sich im Umbruch. Wenngleich das Auto auch in Zukunft eine Rolle in der individuellen Mobilität spielen wird, so zeichnet sich doch eine Verkehrswende ab: wir steuern auf einen Mobilitätsmix zu. Immer mehr Menschen kombinieren unterschiedliche Verkehrsmittel, um schneller, bequemer, günstiger, flexibler oder auch umweltgerechter unterwegs sein zu können. Das Auto der Zukunft wird überwiegend geteilt genutzt und elektrische betrieben.

Öfters auf das Auto verzichten und nachhaltige Verkehrsmittel zu nutzen, ist hier das Ziel. Elektroautos sind darüber hinaus eine umweltschonende Alternative und belasten nicht die Stadtluft. Eine entsprechende Ladeinfrastruktur gilt als der Grundstein für die Mobilitätswende. Dabei müssen Elektroautos dort geladen werden, wo die Fahrzeuge parken. Über 1.600 öffentliche Ladepunkte werden bis Ende 2024 in ganz Köln zur Verfügung stehen.

Foto einer Frau, die ihr Elektroauto auflädt.

Regina Decker
ist begeistert vom Auto-Abo Angebot

Mit einem sechsmonatigen E-Auto-Abo teste ich meine E-Mobilität. Das erfordert schon ein wenig Umdenken.

Wie weit komme ich mit dem Auto ohne zu laden? Wie integriere ich die Ladezeit in meinen Alltag? Das Auto-Abo passt optimal zu meinen mobilen Bedürfnissen. Es macht Spaß, Neues auszuprobieren und gibt mir ein gutes Gefühl, „sauberer“ durch die Stadt zu fahren.

Sharing-Konzepte fördern die nachhaltige Mobilität

Die Sharing-Angebote bieten im Gesamtpaket mit dem Öffentlichen Verkehr und dem Radverkehr die Möglichkeit, ohne eigenes Auto zu leben und dennoch vollständig mobil zu sein. Sie ermöglicht, im Bedarfsfall auf eine breite Angebotspalette an Fahrzeugen zugreifen zu können.

Die Wirkung stellt sich aus der mehrheitlichen Nutzung des Umweltverbundes, der Verwendung von aktiver Mobilität (wie beim Bikesharing), der Nutzung einer Carsharing-Flotte mit alternativen Antrieben sowie der Nutzung von Elektrokleinstfahrzeugen als neuer Teil der Mikro- und Nahmobilität ein.

In unseren Fachbereichen arbeiten wir täglich daran, die Mobilitätsalternativen unserer Stadt zu verbessern. Einen Gesamtüberblick erhalten Sie auf der Mobilitätsseite.

Foto einer Frau vor einem Auto einer Car-Sharing Station.

Sabine Bongenberg,
Mitarbeiterin im Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung

Ich nutze Carsharing-Fahrzeuge als Dienstfahrzeug.

Seit mehreren Jahren nutze ich die Angebote eines Carsharing-Unternehmens für meine Dienstfahrten. Ich bin damit super zufrieden! Der Reservier-Vorgang ist einfach. Die Fahrzeuge sind sauber, gepflegt und funktionieren einwandfrei. Normalerweise komme ich mit den Kleinfahrzeugen hin, ist einmal mehr zu transportieren kann ich ohne Probleme einen größeren Wagen oder einen Bus reservieren.

Zahlen im Überblick

16 Mio.


Radfahrende haben im Jahr 2021 die 16 Kölner Dauerzählstellen passiert.

 

250.000


Kölner*innen bewältigen ihre Wege zu Fuß.

735 km


ist das Kölner Busliniennetz lang.

1.600


öffentliche E-Ladepunkte wird es bis 2024 in Köln geben.

1,5 Mio.


mal wurden in 2021 KVB Leihräder genutzt.

Autofreie Siedlungen

Die autofreie Siedlung Stellwerk 60 in Köln-Nippes zeigt, dass intelligente Mobilität keine Autos braucht. Zusammenhängende autofreie Bereiche und begrünte Innenhöfe führen zu einer hohen Aufenthaltsqualität für die Bewohner*innen. Innerhalb der Siedlung gilt ein striktes Fahr- und Parkverbot für private Kraftfahrzeuge, auf Pkw-Stellplätze im öffentlichen Raum wurde verzichtet.

Mann und Frau fahren in der autofreien Siedlung Stellwerk 60 mit einem großen Tretmobil.

Hans-Georg Kleinmann,
Bewohner der Autofreien Siedlung in Köln-Nippes

Autofreies Wohnen ist ein Luxus, den leider nicht viele Menschen genießen können.

Obwohl viele Kölnerinnen und Kölner gar kein Auto haben. In Wohngebieten ohne Auto gibt es keinen Verkehrslärm, die Luft ist sauber und vor allem die Kinder können hier gefahrlos draußen spielen. Die allgemeine Hektik weicht einer menschengerechten Langsamkeit, die Stress abbaut. Der Platz zwischen den Häusern wird zum öffentlichen Begegnungsraum mit einer hohen Aufenthaltsqualität.

Foto mit Jungen auf dem Bürgersteig sitzend. Rechts davon ist noch ein junges Mädchen zu sehen.

Timon Tröndle,
Bewohner der Autofreien Siedlung in Köln-Nippes

Das Leben in einer autofreien Siedlung ist für mich die perfekte Lösung für das Leben mit Kindern in der Stadt.

Das betrifft das eigene Lebensgefühl, aber es sichert auch durch den reduzierten ökologischen Fußabdruck nachhaltig die Zukunft meiner Kinder.

Hier können wir Grünflächen mitgestalten, die Kinder frei und ohne Ängste einfach aus der Tür laufen, wir können befreit vom Auto mit Fahrrad und Bahn das Reisen und Fahren vom ersten Moment an genießen ohne Parken, Reparaturen, hohe Kosten, Stau und CO2- Ausstoß. Diese Lebensqualität ist von unschlagbarem Wert!

Foto mit Transportkarren auf dem Möbel in der autofreien Siedlung von einem Mann und einer Frau transportiert werden.

Martin Esch,
Bewohner der Autofreien Siedlung in Köln-Nippes

In den 1990er Jahren dafür gekämpft – jetzt genieße ich die Früchte.

Als Aktivist der ersten Stunde kann ich von heute aus sagen: Die viele Arbeit, auch gegen massive Widerstände, die unsere Bürger*innen-Initiative im Kampf für die erste Autofreie Siedlung Kölns eingesetzt hat, hat sich gelohnt. Mit 71 Jahren genieße ich mein Leben ohne Auto in einem Umfeld, wo Kinder auf den Wegen und schmalen Straßen spielen, wo sich Nachbarschaft ohne Autos tagtäglich ereignet – eine Oase in der Stadt, die ich jedem Menschen wünschen möchte.

S-Bahn, Bus und U-Bahn sind in gut erreichbarer Nähe, ebenso die Geschäfte auf der Neusser Straße sowie für den schnellen Einkauf zwischendurch unser Kiosk.

Sicherlich ist unser Modellprojekt nicht perfekt. Aus den (wenigen) Fehlern, die gemacht wurden, lässt sich trefflich lernen für die vielen autofreien, autoarmen und verkehrsberuhigten Straßen und Viertel, die es zu schaffen gilt, um das Leben für alle Menschen in Köln lebenswerter zu machen.

Foto mit Herrn Kauer auf dem Fahrrad mit Fahrradanhänger, der durch eine Grünanlage fährt.Foto mit Herrn Kauer auf dem Fahrrad mit Fahrradanhänger, der durch eine Grünanlage fährt.
Foto mit jungen Mädchen in der Hängematte, die zwischen zwei Bäumen gespannt ist.Foto mit jungen Mädchen in der Hängematte, die zwischen zwei Bäumen gespannt ist.

Sebastian Kauer und Denis Schütte,
Bewohner der Autofreien Siedlung in Köln-Nippes

Unser Zuhause ist auch vor der Haustür.

Wir sind als Familie in die autofreie Siedlung gezogen und haben uns sofort viel freier und entspannter gefühlt. Die Kinder sind meistens draußen unterwegs und spielen mit anderen. Auch wir Erwachsenen haben schnell Kontakt zu den Nachbarn geknüpft, weil man sich oft draußen trifft. Außerdem genießen wir es, dass wir nachts das Fenster offen lassen können.

Ein Auto vermissen wir nicht, im Gegenteil. Einkäufe machen wir mit dem Rad. Und es gibt mehrere S-Bahn und KVB-Haltestellen und Carsharing-Stationen.

Verkehrsversuche

Fortlaufend prüfen Verkehrsplaner*innen, wie die Verkehrsnachfrage in Köln menschen- und umweltgerechter gesteuert werden kann. Die konzeptionellen Überlegungen münden oft in Verkehrsversuchen. Hier steht die kurzfristige Umverteilung der Verkehrsräume ohne Umbau im Vordergrund. Ziele sind meist die Reduzierung des Kfz-Verkehrs und eine Raumumverteilung zugunsten des Fuß- und Radverkehrs.

Foto von einer Straßenkreuzung eines typischen Kölner Wohnviertels mit Fahrradstraße und vielen Fußgängern, die unterwegs sind.

Venloer Straße

Der Verkehrsausschuss der Stadt Köln hat Ende 2021 die Umsetzung eines zweistufigen Verkehrsversuchs für die Venloer Straße beschlossen. Ziel des Verkehrsversuches ist es, die Auswirkungen der neuen Verkehrsregelungen unter Realbedingungen zu untersuchen, um aus den Erkenntnissen eine verträgliche Lösung für das gesamte Quartier erarbeiten zu können.

  • In der ersten Stufe wird in dem Abschnitt zwischen Fuchsstraße und Ehrenfeldgürtel ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich (Tempo 20) eingerichtet.
  • Als zweite Stufe wird zusätzlich zum verkehrsberuhigten Geschäftsbereich eine Einbahnstraßenführung eingerichtet, wodurch die Anzahl der Kraftfahrzeuge reduziert wird und dem Fuß- und Radverkehr mehr Raum gegeben und die Verkehrssicherheit erhöht wird.

Ehrenstraße

Die Ehrenstraße und die Breite Straße sind hoch frequentierte Einkaufsstraßen der Kölner City. Auf der südlichen Seite der Ehrenstraße zwischen Apostelnstraße und Friesenwall haben wir bereits im November 2020 sämtliche Kurzzeitparkplätze dauerhaft abgepollert und Abstellplätze für Fahrräder, Lastenräder und E-Scooter geschaffen.

Als nächsten Schritt werden wir im Frühjahr 2022 mit schnellen und einfachen Mitteln eine Fußgängerzone einrichten und den Raum aufwerten. Die Erfahrungen fließen in den Planungsprozess für die bauliche Umgestaltung der Ehrenstraße ein.

Deutzer Freiheit

Per Bürgerantrag haben Deutzer Bürger*innen einen Verkehrsversuch vorgeschlagen. In Kürze wird die Deutzer Freiheit, zentrale Geschäftsstraße des Veedels, für 12 Monate weitgehend autofrei. Der neu gewonnene Raum wird etwa mit Stadtmöbeln (Parklets) und Veranstaltungen bespielt.

Wir testen, wie sich eine autofreie Deutzer Freiheit auf die Lebensqualität der Menschen vor Ort sowie die Geschäfte und Gastronomien in Deutz auswirkt.

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Dezernat für Mobilität
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